rabenschwarz Kaffee

Geschichtliches über Vollautomaten

Obwohl Kaffee zu den wohl beliebtesten Heißgetränken der Welt gehört, ist dessen Geschichte bis heute weitestgehend unerforscht. Eine alte Legende besagt, dass der Kaffee ursprünglich aus Kaffa, einer Region Äthiopiens, stammt und so zu seinem Namen kam. Es existieren zwar viele Legenden rund um die Historie des Kaffees, doch heute geht man davon aus, dass Sklavenhändler den Kaffee im Laufe des 14. Jahrhunderts weit über die Grenzen Äthiopiens hinaus bekannt gemacht haben und diesen unter anderem nach Arabien brachten.

Vor etwa 200 Jahren kam dann die erste automatische Kaffeemaschine auf den Markt und erleichterte die Zubereitung von Kaffee erheblich. Durch die Möglichkeit, diese endlich auch elektrisch zu betreiben, wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Grundstein für die Entwicklung von modernen Kaffeevollautomaten gelegt.

Die Geschichte der Vollautomaten begann jedoch erst einige Jahrzehnte später, als der Italiener Sergio Zappella die von seinem Schwager konstruierten Espressomaschinen in seinem eigenen Elektrofachgeschäft verkaufte. Da es hierbei jedoch massive technische Probleme gab, wandte sich eine Bekannte an den Schweizer Ingenieur Arthur Schmed, der das Gerät zum Laufen bringen sollte.

Nachdem Schmed das Problem gelöst hatte, beschäftigte er sich intensiver mit der Thematik und kam so auf die Idee eine vollkommen automatische Espressomaschine zu entwickeln, sodass selbst absolute Laien per Knopfdruck einen hervorragenden Espresso erhalten. Zu diesem Zeitpunkt gab es zwar bereits derartige Geräte, doch diese kosteten umgerechnet rund 20.000 Euro und mussten zudem regelmäßig von einem Fachmann gewartet werden. Folglich waren diese Maschinen nicht für den Hausgebrauch geeignet.

Arthur Schmed wollte dies ändern und arbeitete über zwei Jahre an einer vollautomatischen Espressomaschine, deren verschmutzbare Bestandteile leicht entnommen und mit Wasser gereinigt werden konnten. 1980 war dann schließlich die Entwicklung des Prototyps abgeschlossen und der begeisterte Ingenieur stellte seine Erfindung stolz den namhaften Haushaltsgeräteherstellern Europas vor. Die Unternehmen teilten seine Begeisterung aber nicht und sahen in einer vollkommen automatisierten Espressomaschine nur wenig Potential.

Trotz vieler Rückschläge gaben Zappella und Schmed nicht auf und glaubten fest an ihre Erfindung. So landeten sie schlussendlich bei dem Unternehmer Willi Nauer, der damals erst vor wenigen Jahren in die Selbständigkeit gestartet war. Nauer hatte das kränkelnde Traditionsunternehmen SOLIS übernommen und entschloss sich dennoch dazu, das Risiko einzugehen und die für die Entwicklung der Espressomaschine erforderlichen finanziellen Mittel bereitzustellen.

Da moderne Vollautomaten auf der Technik von Espressomaschinen basieren, handelte es sich hierbei auch um die Geburtsstunde der Vollautomaten. Espressomaschinen können also durchaus als Vorgänger der Kaffeevollautomaten betrachtet werden, die lediglich die logische Weiterentwicklung darstellen.

Eine Espressomaschine ist natürlich nach wie vor ein äußerst komfortables Gerät, das einem viel Arbeit abnehmen kann, schließlich ist die korrekte Zubereitung eines guten Espressos eine wahre Kunst. Doch wer sich mehr Vielfalt und Abwechslung wünscht, kommt bei einem Vollautomat voll auf seine Kosten. Denn bei einem solchen Gerät handelt es sich nur um eine simple Kaffeemaschine, sondern um ein echtes Multi-Talent, das zahlreiche Kaffeevarianten per Knopfdruck zubereitet.

Insbesondere in den letzten Jahren haben Getränke, wie zum Beispiel Latte Macchiato oder Cappucino, die Welt des Kaffees revolutioniert, sodass ein einfacher Kaffee häufig nicht mehr ausreicht. Aber mit solchen vollautomatischen Kaffeemaschinen gestaltet sich die Herstellung dieser populären Spezialitäten absolut unproblematisch. Sergio Zapella und Arthur Schmed haben also in den 80er-Jahren nicht nur die erste Espressomaschine auf den Markt gebracht, sondern auch die Grundlage für moderne Kaffeevollautomaten geschaffen.